Walk in the Park

„Walk in the Park” ist ein interaktives Film-/ Videoprojekt, bei welchem Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren einen Videowalk mit Livechoreographie erstellt haben. Dabei haben sie sowohl digitale als auch analoge/ künstlerische Disziplinen, wie Artistik, Tanz, Musikproduktion, Videoschnitt und Sounddesign kreativ miteinander verbunden.

Autor*innen

art.space: Jugendzentrum.digital: Nikita Grigoriev

Materialien und Tools

  • iPad (oder anderes Tablet mit Kamera und Schnittsoftware)
  • Kamera (z.B. GoPro, um den „Live Walk“ am Ende des Projektes aufzeichnen zu können)
  • Tonstudioequipment (für Musikproduktion, Voice-Over Aufnahmen und Sounddesign)
  • Soundly Account (oder eine vergleichbare Sound Datenbank für das Sounddesign)
  • Kopfhörer
  • Whiteboard (für Ideensammlungen)

Zielgruppe

Jugendliche ab 14 Jahren

Zeitraum

 07.05.2022 – 29.05.2022

Bilder/Videos oä. 

Einführung 

In diesem Projekt arbeiten Kunst und Technik Hand in Hand.

Die Zuschauer*innen des fertigen Films sollen mit einem iPad denselben Weg gehen, der vorab von der Projektgruppe aufgezeichnet und bearbeitet wurde. Das iPad hält man in die eigene Blickrichtung und lässt sich durch die Bewegungen im Video leiten.

Dabei kommt bei der Live-Performance eine Zirkusgruppe ins Spiel, die zwei Choreographien einstudiert hat. Eine Choreographie für den virtuellen und eine Zweite für den „analogen“ Rundgang. Das Video kann bei Bedarf, und je nach Ideen, mit diversen Stilmitteln, wie in unserem Fall Sounddesign oder einer Voice-Over Stimme erweitert werden.

Bei einem gelungenen Konzept sowie einer erfolgreichen Umsetzung, wird den Zuschauer*innen bewusst, wie schnell man das Analoge mit dem Virtuellen verwechseln kann und die Wahrnehmungen verschmelzen miteinander.

Dabei kann es schnell passieren, dass die Zuschauer*innen versuchen, dem Fahrradfahrer aus dem Video oder dem fliegenden Bierdeckel auszuweichen, obwohl nichts davon in der analogen Welt passiert. Das Tragen von Kopfhörern verstärkt hierbei den Effekt.

Mit dem Projekt möchten wir Jugendlichen, die sich viel in digitalen Räumen bewegen, auch künstlerische Bereiche wie Theater, Zirkus, Tanz und Musik näherbringen. Ebenso möchten wir den „analogen“ Teilnehmer*innen, die nicht viel mit digitalen Welten zu tun haben, einen Einblick in diese  ermöglichen. Dadurch können wir die Jugendlichen aus ihrer Komfortzone locken, da sie Disziplinen kennenlernen, mit denen sie vorher keinerlei Berührungspunkte hatten und somit ihre Kompetenzen ausbauen und erweitern. Da das Projekt darüber hinaus sehr facettenreich ist, können die Teilnehmer*innen auch ihre eigenen Wunsch-Schwerpunkte mit einbringen, wie beispielsweise die Leidenschaft für Videoschnitt.

Praxis 

Tag 1: 07.05.2022Vorstellung des Projektes
Kennenlernen
Probeaufnahmen
Ideensammlung
Termine und Wünsche besprechen
Einführung visuelle Stilmittel und Kameraübungen
Tag 2: 08.05.2022Übungen wiederholen
Weitere Ideen sammeln
Probeaufnahmen, um Einstellungen und Stilmittel zu testen
Tag 3: 14.05.2022    Route festlegen
Weitere Ideen sammeln
Artistische Übungen choreographieren und proben
Probeaufnahmen, um die Interaktionen und das Timing zu optimieren
Tag 4: 15.05.2022Artistische Übungen proben
Mehrmaliges Durchgehen der Route
Prozesse optimieren
Neue Ideen sammeln
Tag 5: 22.05.2022Route finalisieren (roten Faden und Choreographie überarbeiten)
Einführung in das Thema Sounddesign
Tag 6: 24.05.2022Finales drehen des Videos mit live Performance
Tag 7: 28.05.2022 Sichten der Aufnahmen, Auswahl des besten Takes
Text für Voice over schreiben und aufnehmen
Postproduktion und Sounddesign
Tag 8: 29.05.2022Probeläufe mit dem fertigen Video/ Feinschliffe und Korrekturen
Export des finalen Videos
Präsentation
Aufzeichnen der Präsentation

2 Übungen zum Einstieg

1. Einen beliebigen Video Walk drehen ohne jegliche Vorgaben. Danach die iPads tauschen und die neuen „Besitzer*innen“ den Walk nachgehen lassen. Im Anschluss sich entweder in zweier Gruppen oder in der großen Runde austauschen:
Was ist gut gelaufen und was nicht so gut funktioniert hat?
Was kann man besser machen und auf welche Aspekte sollte geachtet werden?

Das Ziel dieser Übung ist nicht ein super Video zu drehen, sondern erste Erfahrung zu sammeln und mögliche Fehler und Probleme zu entdecken, dadurch Lösungen zu finden, um diese in der finalen Hauptaufnahme umsetzen zu können.

2. Drei Einstellungen so zu drehen und zu bearbeiten, dass man die Übergänge vertuschen und diese auch beliebig anordnen kann, ohne dass es den Zuschauer*innen auffällt (siehe Stilmittel).

Worauf man beim Filmen achten sollte (Erkenntnisse der Projektgruppe)

  • Geh- / Bewegungstempo → ruhig und angenehm
  • Man soll sich nicht darauf konzentrieren „oh, wo muss ich jetzt hin?“, sondern organisch mit dem   Film mitgehen und sich auf die Sachen, die man sieht und hört einlassen
  • Verwackelte Bilder vermeiden
  • Kameraperspektive beachten (Kamera auf Augenhöhe, etc.)
  • Darauf achten, ob man das iPad im Quer- oder Hochformat hält beim Filmen/Abspielen
  • Timing soll weder langweilig noch zu Actionreich werden

Mögliche Stilmittel / Effekte

  • Unsichtbare Schnitte (wichtig für den roten Faden und Realismus)
  • Reißschwenk (schnelle Bewegung mit dem iPad/ Kamera)
  • Fill Frame (die Einstellung in einem Hintergrund enden lassen, welcher möglichst das ganze Bild bedeckt und die nächste Einstellung genauso beginnen)
  • Kontraste (z.B. Film, der im hellen gedreht ist, gehen, wenn es dunkel ist)
  • Musik gezielt einsetzen, um bestimme Stimmungen oder Rhythmen zu erzeugen
  • Voice Over (hilft den roten Faden zu behalten und lenkt die Zuschauer:innen)
  • Greenscreen
  • Sounddesign

Abschluss und Reflektion

Bei der Konzeptentwicklung für einen „Video Walk“ sollte man sich gut überlegen, wo dieser gedreht werden soll. Unseren Walk wollten wir zu Beginn im Park durchführen, jedoch wurden wir mit Hindernissen konfrontiert mit denen wir nicht gerechnet hatten. Da die Kameraübungen eher morgens und auch an bewölkten Tagen stattfanden, waren wir sehr überrascht, als bei weiteren Aufnahmen die Kamera durch Sonnenlicht geblendet wurde oder das Display so stark reflektierte, dass man das Bild nicht mehr erkennen konnte. Für Outdoor-Aufnahmen sollte zudem das Wetter mit in die Planung einbezogen werden, was es weiterhin verkompliziert im Außenbereich zu drehen.

Weitere Faktoren waren Passant*innen und Fahrradfahrer*innen, die unsere Wege kreuzten, Treppenstufen, auf dem Weg liegende Äste, etc. Allerdings haben wir festgestellt, dass vorbeifahrende Fahrradfahrer*innen und das Auf- und Absteigen von Treppen einen ziemlich coolen Effekt im Video haben, weshalb wir uns dazu entschieden haben, diese (unter Vorkehrung aller Sicherheitsmaßnahmen) mit in die finale Choreographie einzubinden. Wir kamen zu dem Entschluss, den Walk im Gebäude durchzuführen, wo uns alle Wege vertraut sind. Um die Sicherheit zu gewährleisten, haben wir beim finalen Walk immer eine Begleitperson für die Zuschauer*innen mitgeschickt, die vor möglichen Hindernissen und Gefahren warnt und bei Verwirrung oder Komplikationen, bezüglich des Weges oder der Geschwindigkeit, schnell einschreiten konnte.